Oscar-Essen

Ratatouille

Fim-Plakat zu Ratatouille Noch bevor “Ratatouille” vor einigen Tagen einen Oscar gewonnen hatte, habe ich mir diesen Film auf DVD angeschaut. War am Anfang überhaupt nicht so einfach, in der örtlichen Videothek eine von fünf Ausführungen an einem Wochenende zu ergattern. Doch schlussendlich haben wir es geschafft. Übrigens: In den nächsten Tagen liefere ich mein eigenes Ratatouille-Rezept zum Nachkochen…

Zur Geschichte: Noch nie brachte es Ratte Remy übers Herz, Essensabfälle wie seine Artgenossen, Bruder Emile und sein darob verärgerter Vater Django zu verschlingen. Denn Remy hat eine hochsensible Feinschmeckernase und träumt davon, so wie sein im Fernsehen entdecktes Vorbild Gusteau ein Nobelkoch zu sein. Als dieser stirbt und Remy vor dessen Pariser Lokal steht, erscheint ihm Gusteaus Geist und ermuntert ihn, unter der Mütze des Küchengehilfen Linguini die Arbeit aufzunehmen - stets der Gefahr ausgesetzt, von Chefkoch Skinner entdeckt zu werden.

Nicht erst seit kurzem ist es auch unter computeranimierten Filmen so, dass diese absolute Selbstläufer sind. Mit zunehmender Zahl von Geschichten und Produktionsstudios differiert auch die Qualität immer stärker. Was vielleicht ganz gut ist, reicht es doch nicht nur aus, einen technisch guten Film zu drehen. Denn die Technik hat seit längerem einen Stand erreicht, der als gut gelten kann und somit nur noch ein untergeordnetes Qualitätskriterium ist.

So freuten wir uns bei Ratatouille über einen technisch perfekten und geschichtstechnis interessanten Film. Die Story ist mit knapp zwei Stunden angenehm lang und wird gewohnt flott und witzig erzählt. Leider hat Ratatouille auch Schwächen: So werden sehr viele Charaktere untergebracht, viele Hintergrundinfos über diese eingestreut. Jedoch werden viele dieser Nebenhandlungsstränge und Geschichten nicht zu Ende erzählt. Deshalb steht man zum Ende des Filmes mit den Gedanken da: “Ja, und was ist nun mit Person X?”.
Im Vergleich zu den in letzer Zeit entstandenen Filmen im gleichen Genre hat Ratatouille sicher den Oscar verdient, in Vergleich zu anderen großen Animationsfilmen ist er jedoch nur bessere Auswahl.

Meine Empfehlung: Film-Empfehlung

Manuel schrieb morgens am 05. März 2008 | in Filme

Einfach nur schießen

Shoot ‘Em Up

Filmplakat zu Shoot Em UpNa, das klingt doch gut: Ein Actionfilm mit Clive Owen (u.a. Children of Men, Inside Man) und Paul Giamatti (eher aus der zweiten Reihe bekannt). Doch was hat Monica Bellucci in einem solchen Film zu suchen? Die Konstellation ließ jedoch interessantes versprechen und so war die vor kurzem erschienene DVD Pflichtprogramm.

Zur Geschichte: Als eine Hochschwangere vor seinen Augen zu Tode gehetzt wird, muss Mr. Smith (Clive Owen) eingreifen: Im Kugelhagel der Gangster bringt er das Kind zur Welt, dessen Mutter in seinen Armen stirbt. Von nun an befindet er sich auf der Flucht. Profikiller Hertz (Paul Giamatti) und seine schwer bewaffnete Bande jagen ihn gnadenlos durch die Stadt. Das Baby wird er nicht mehr los, erhält aber unfreiwillig Hilfe von der Prostituierten DQ (Monica Bellucci). Gemeinsam erwehren sie sich der Killerscharen und ergründen deren Motive.

Bei der Entstehung des Filmes müssen mit einigen Herren die Pferde durchgegangen sein: Eine solide Ausgangsbasis mit solch irren Ideen zu versauen ist echt ein Kunststück. Wahrscheinlich als originell gedacht kommen die Marotten der Hauptdarsteller nur als lächerlich beim Zuschauer an. Die Dialoge wirken gestelzt und wie auf dem Reißbrett entstanden. Wohlgemerkt habe ich mir bereits die englische Version angeschaut. Der Dialekt, den Monica Bellucci sprechen musste ist einfach nur grausam und erinnert etwas an das grottenschlechte Deutsch/Russisch des Filmes Triple X.
Von solider Action kann man leider auch nicht sprechen, gleichen sich doch die Stunts sehr, das Nachzählen der verschossenen Pistolenkugeln sollte man auch lassen. Irgendwie sollte der Film wohl als locker und witzig ankommen, dieses Ziel verfehlt er leider meilenweit.

Meine Empfehlung: Film-Empfehlung

Manuel schrieb nachmittags am 22. Februar 2008 | in Filme

Endgültig gestorben?

Stirb langsam 4.0

Film-Cover zu Stirb langsam 4.0Nun ist also auch der letzte Teil der “Die Hard”-Reihe in den Läden. Hoffentlich auch der letzte. Jedenfalls mit Bruce Willis. Nicht, dass der Film schlecht wäre, aber das Alter von Bruce Willis für Actionfilme ist hart an der Grenze. Schon im Jahr 2005 hat er in “Hostage” keine so tolle Figur gemacht. Da Bruce Willis ziemlich häufig qualitativ sehr schwankende Filmrollen annimmt, muss er in seiner Paraderolle punkten, nicht nur für seinen eigenen Erfolg.

Zur Geschichte: Eine neue Art von Terrorismus bedroht von Washington, D.C. aus die USA. Die brandgefährliche Organisation des genialen Kriminellen Greg (Timothy Olyphant) plant zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli alle Computernetzwerke des Landes zu kappen und so die Infrastruktur - Transportwesen, Kommunikation, Strom - lahmzulegen. John McClane (Bruce Willis) muss einspringen, da alle anderen Versuche, das teuflische Komplott zu verhindern, fehlschlagen. Mit Old-School-Methoden und der Hilfe von Hacker Matt (Justin Long) legt McClane los.

Ja, der Film hat was. Allein schon die Aufteilung auf zwei Charektere, davon ein deutlich jüngerer, kommt gut. Justin Long spielt seinen Part immens gut. Es wäre einfach unglaubwürdig gewesen, dem Charakter von Bruce Willis auch noch das Technik- und Informatikverständnis anzudichten. Somit also kein schlechter Schachzug. Der Verlauf der Geschichte wird glaubhaft erzählt und hat keine größeren Lücken. Leider haben die Qualität der Stunts nachgelassen, die Ausführung und Glaubhaftigkeit bewegt sich im Bereich von Bond-Filmen und Konsorten. Auch das Ende hätte etwas besser sein können. Somit ein solider Abschluss der Reihe mit einigen Schwächen in den Details.

Meine Empfehlung: Film-Empfehlung

Manuel schrieb vormittags am 02. Dezember 2007 | in Filme

Blöder Titel - Super Film

Hot Fuzz

Fimcover zu Hot FuzzWer beim deutschen Verleiher auf den saudoofen Untertitel “zwei abgewichste Profis” gekommen ist, muss echt einen an der Waffel gehabt haben. Treibt er doch den Film damit für potentielle Zuschauer gleich in eine bestimmte Ecke, die der Film gar nicht verdient hat. Heißt doch “Fuzz” nichts anderes als etwas umgangsprachlich “Bulle”, für Polizist. Wie man dann auf die abgew… Profis kommen kann? Ist mir ein Rätsel.

Zur Geschichte: Nicholas Angel (Simon Pegg) ist ein Supercop. Dass die Arrest-Rate des humorlosen Vorzeigebeamten glatte 400 Prozent über der seiner neidischen Kollegen liegt, macht ihn herzlich unbeliebt. Deshalb wird er von Chief Inspector Kenneth (Bill Nighy) kurzerhand zum Sergeant befördert und ins Provinzkaff Sandford verbannt. Sogleich setzt sich der übereifrige Hotshot in die Nesseln - auch beim neuen Partner, dem schwerfälligen Danny Butterman (Nick Frost), mit dem er fortan Schwäne fangen muss. Doch dann kommt es zu einigen dubiosen Unfällen.

Der Film hat alles, was man sich wünschen kann: Eine nette Story, die witzig, aber nicht absurd ist. Grandiose Hauptdarsteller und liebenswürdige Nebendarsteller. Ein überraschendes Ende. Einfallsreiche Ideen. Mir fällt nun, nach mittlerweile einigen Tagen Abstand zum Film, immer noch keine großartigen Negativpunkte ein. Gut für den Film. Wer bereits “Shaun of the Dead” gesehen hat, dem wird dieser Film auf alle Fälle gefallen.

Meine Empfehlung: Film-Empfehlung

Manuel schrieb vormittags am 10. November 2007 | in Filme

Verschossen

Shooter

Film-Cover zu ShooterSo, und wieder mal ein Film von Mark Wahlberg. Der Typ ist zur Zeit ziemlich aktiv. Für die Jüngeren unter euch ist es ja (zum Glück) nicht mehr aktuell, dass Herr Wahlber alias Marky Mark im One-Hit-Wonder-Musikbiz war und Hits wie “United” produziert hat (wer sichs nochmal oder zum ersten Mal antun will, hier der Youtube-Link). Seine jetzigen Schauspielleistungen sind zum Glück meilenweit über der damaligen Musik. Ob dies auch für diesen Film gilt, mal schauen.

Zur Geschichte: Seit er bei einem brenzligen Einsatz den Tod eines unschuldigen Zivilisten verantwortete, hat Elitescharfschütze Bob Lee Swagger (Mark Wahlberg) den Dienst quittiert und sucht zurückgezogen in den Bergen von Arkansas nach Seelenfrieden. Da platzen die Kollegen von einst ins einsame Exil und bitten um seine professionelle Hilfe: Auf den Präsidenten soll ein Mordanschlag verübt werden und Bob soll ihn vereiteln. Eine hinterhältige Falle - der Präsident wird erschossen und Bob der Mord angehängt. Seine einzige Chance ist, den wahren Täter zu finden.

Wer den Film wirklich gut finden will, muss eine maßlos hohe Menge an Patriotismus mitbringen oder Amerikaner sein. Es lohnt sich wirklich nicht, die Anzahl der Einstellungen zu zählen, in denen das amerikanische Banner im Hintergrund zu sehen ist. Shooter lässt sich ziemlich einfach auf die Formel “Einer gegen alle” reduzieren, mit nicht immer logischen Handlungsverläufen und nicht gerade überzeugenden Nebendarstellern. Für einen Klasse-A Actionfilm zu schlecht, für einen Klasse-B Actionfilm zu gut. Zwei Stunden Geballere und Angeschleiche mit einem schönen Ende.

Meine Empfehlung: Film-Empfehlung

Manuel schrieb vormittags am 31. Oktober 2007 | in Filme

Mafia und Polente

Departed

Film-Cover zu DepartedWahnsinn, was für eine Schauspielriege für diesen Film aufgefahren wird. Die weiblichen Rollen sind hingegen eher Randthema im Film und somit nicht allzu bekannt besetzt. Doch sonst spielt in in diesen Film von Martin Scorsese fast alles was Rang und Namen hat mit. Umso verwunderlicher, dass keiner der Schauspieler einen Oscar erhalten hat, geschweige denn nominiert war (sieht man mal von Mark Wahlberg als Nebendarsteller ab). Die vier gewonnen Oscar beziehen sich “lediglich” auf den Regisseur, das Skript, der Schnitt und bester Film.

Zur Geschichte: Polizeikadett Billy (Leonardo DiCaprio) wird von seinen Vorgesetzten Captain Queenan (Martin Sheen) und Sergeant Dignam (Mark Wahlberg) offiziell als ungeeignet aussortiert, um ihn undercover in den inneren Kreis des Bostoner Mafia-Dons Frank Costello (Jack Nicholson) einzuschleusen. Der hat seinerseits mit dem Captain Ellerby (Alec Baldwin) untergeordneten Detective Colin Sullivan (Matt Damon) die Polizei infiltriert. Als Informationen davon durchsickern, beginnt ein Wettlauf, wer den jeweiligen Maulwurf zuerst aufspürt und kaltstellt.

Leider hat mich der Film etwas enttäuscht. Zu viel Blut, eine sehr verwobene Handlung mit zwei oder drei (zugegeben: kleinen) losen Enden und ein rätselhafter Schluss. Unverständlich meines Erachtens, wieso für das Skript ein Oscar vergeben wurde. Auch nicht einleuchtend, warum die Schauspielleistung von Matt Damon und Leonardo DiCaprio (ja, er kann wirklich spielen!) nicht durch eine Nominierung gewürdigt wurden. Altmeister Jack Nicholson spielt in manchen Szenen durch seine sehr gute Interpretation des Mafiabosses die ganzen Anwesenden an die Wand.

Somit ist für mich wieder einmal erkennbar, dass die amerikanischen Zuschauer/Juroren sehr auf Geschichten stehen, die stark ineinander gepackt und verknüpft sind (siehe bereits Syriana) und diese mit Oscars bedenken, ungeachtet der Tatsache, dass eine Story bis zu einem gewissen Grad noch verständlich und logisch sein sollte,

Meine Empfehlung: Film-Empfehlung
Empfehlung meiner Frau: Film-Empfehlung

Manuel schrieb vormittags am 08. Oktober 2007 | in Filme

Hetzjagd beendet

Das Bourne Ultimatum

Film-Cover zu Das Bourne Ultimatum Nach nunmehr dem dritten Teil soll also Jason Bourne alias Matt Damon zur Ruhe kommen. Dem Helden, bei dem wir im ersten Teil mitgefiebert haben, aufgrund der soliden Story und der handfesten filmischen Umsetzung. Bei dem Helden, als wir im zweiten Teil aufgrund des massiven Einsatzes der Handkamera kaum mehr mitkamen und bei dessen Verlauf wir uns von Franka Potente verabschieden mussten. Ob der dritte Teil der wirklich langersehnte ist?

Zur Geschichte: Nach seiner Flucht quer durch Europa und dem Tod seiner Freundin ist die Vergangenheit von Ein-Mann-Eliteeinheit Jason Bourne (Matt Damon) noch immer weitgehend unbekanntes, aber höchst gefährliches Terrain. Von Rache angetrieben und gnadenlosen Profikillern gehetzt, flüchtet Bourne nach einem heftigen Gefecht aus Moskau über Paris, Madrid und London bis nach Tanger und New York, um sein eigenes Geheimnis zu enthüllen. Mörderische Regierungsagenten, die Bundespolizei und Interpol sind ihm dicht auf den Fersen.

Der Film macht fast alles richtig. Eine gute Story, mit fast keinen Logiklücken. Sparsam eingesetzte Musikuntermalung, solide Dialoge, viel Action, interessante Schauplätze, minimalste Spezialeffekte und sehr gute Schauspieler. Diese Punkte stehen bei Bourne auf der Habenseite.

Doch leider gesellt sich ein einziger Punkt auf die Soll-Seite. Doch dieser ist leider einer der wichtigsten von allen: die Kameraführung und die Kamerainstellungen. Wem schon im zweiten Teil aufgrund der wackligen Kameraführung schlecht geworden ist, der sollte sich für den letzten Teil der Trilogie eventuell eine Kotztüte bereitlegen. Denn die Handkamera zerstört die sehr gut choreographierten Zweikämpfe und macht es fast unmöglich, auf alle interessanten Details zu achten. Und warum die Kamera bei Dialogen über weite Strecken nur eine Gesichtshälfte oder sogar nur das Auge zeigt, während der Rest der Leinwand durch den Schatten des Gegenüber schwarz ist, bleibt unergründet.

Meine Empfehlung: Film-Empfehlung
Empfehlung meiner Frau: Film-Empfehlung

Manuel schrieb nachmittags am 07. September 2007 | in Filme

Dänischer Humor

Adams Äpfel

Film-Cover zu Adams ÄpfelIch habe keine Ahnung, ob ich schon jemals einen dänischen Film angeschaut habe. Zwar fallen mir ein paar ein (”Dänische Delikatessen“, “Old Men in New Cars“), aber eine richtige Aussage über die dänische Filmkultur könnte ich jetzt nicht treffen. Vielelicht wird es Zeit, dies zu ändern.

Zur Geschichte: Ausgerechnet der naive Pfarrer Ivan (Bond-Gegner Mads Mikkelsen), der schon an leichteren Fällen kläglich gescheitert ist, soll dem ultrabrutalen Nazi Adam (Ulrich Thomsen) als Bewährungshelfer den Weg zurück in die Gesellschaft ebnen. Adam wiederum wird seiner Freude über soviel Glück kaum Herr, staunt aber nicht schlecht, als das weltfremde Weichei sich als veritables Stehaufmännchen entpuppt und auch durch roheste Gewalt nicht vom Pfad der Tugend abzubringen ist.

Mann, ich hab schon lange keinen so schwarzhumorigen Film mehr gesehen. Vor lauter Zynismus habe ich mich beim Lachen fast verschluckt. Wer diesen Film anschaut, sollte eine gehörige Portion Ironie vertragen können.

Doch der Reihe nach: Die Story ist klasse und eigentlich ziemlich gewöhnlich. Das besondere ist die Ausführung, die anfängliche schablonenhafte Zeichnung der wenigen Charaktere die auftreten sind zu wahr. Interessant wird es, die Aktionen der einzelnen Personen zu beobachten, als sie immer wieder aufeinandertreffen. Bei den dann enstehenden Situationen reibt man sich die Augen und denkt sich “das kann doch nicht wahr sein, das kann er doch nicht machen…!”.

Dabei spielen die Schauspieler einen großartigen Part und überzeichnen deutlich. Erzähltempo, Spannungsbogen, Witz und Storyende passen optimal zusammen. Ein kleiner Film mit einer großen Story.

Meine Empfehlung: Film-Empfehlung
Empfehlung meiner Frau: Film-Empfehlung

Manuel schrieb abends am 06. September 2007 | in Filme

Hobbit auf Abwegen

Alles ist erleuchtet

Film-Cover zu Alles ist erleuchtetNachdem Elijah Wood durch seine Rolle als Frodo Beutlin im Herr der Ringe-Epos weltbekannt geworden war, folgten kurz nach dem letzten Teil der Mittelerde-Saga zwei völlig untypische Rollen. Die eine in dem Schwarz-Weiß-Neothriller “Sin City” als Serienkiller, die andere in einer abgedrehten Geschichte eines Amerikaners auf Suche nach seinen Verwandten. Der deutliche Rollenwechsel sollte Elijah davor bewahren, in die Fantasy-Ecke gesteckt zu werden. Obs geklappt hat?

Zur Geschichte: Auf der Suche nach Spuren seiner unlängst verstorbenen Großeltern reist der amerikanische Jude Jonathan (Elijah Wood) in die Ukraine. Dort findet er in dem vom westlichem Lifestyle bereits tief durchdrungenen Alex (Eugene Hutz) und einem Straßenköter schnell zuverlässige Begleiter für seine bevorstehende Odyssee durch ein schönes, doch auch ziemlich fremdes Land, in dem man auf typische US-Stadtneurotiker und ihre politisch korrekten Anwandlungen nicht eben gewartet hat.

Der Film legt einen guten Start hin, der Zuschauer amüsiert sich sehr über die etwas verschrobene Figur des Hauptdarstellers und dessen Zusammentreffen mit der polnischen ukrainische Landkultur. Dabei legt der Film von Anfang an ein ruhiges Tempo ein, man hat häufig sehr ruhige Kameraeinstellungen, die Bilder wirken etwas wie in Watte gepackt. Das größtenteils unbekannte Schauspielerensemble agiert dabei glaubwürdig. Auch Elijah Wood schafft es vorzüglich, den seltsamen Charakter zu mimen, der tief in seinem Wunsch nach dem Finden der Vergangenheit steckt.

Leider hilft der positive Start und die guten schauspielerischen Leistungen nicht über die Tatsache hinweg, dass zum letzten Drittel des Filmes die Geschichte verwirrender und die Stimmung tragisch-unglaubwürdig wird. Ein bisschen weniger Tränendrüse und ein oder zwei Geschichtswendungen weniger wären hier mehr gewesen. So bleibt man mit dem Gefühl zurück, einen eigentlich guten Film gesehen zu haben, wenn man ihn verstanden hätte.

Meine Empfehlung: Film-Empfehlung
Empfehlung meiner Frau: Film-Empfehlung

Manuel schrieb vormittags am 05. September 2007 | in Filme

Kriegsfotos

War Photographer

Film-Cover zu War PhotographerÜber HappyShooting bin ich auf den Dokumentarfilm “War Photographer” aufmerksam geworden. Davor war mir der Film überhaupt nicht aufgefallen. Im Jahre 2002 war der Film bereits für einen Oscar nominiert.

Zur Geschichte: Getreu dem Motto seines Vorbildes Robert Capa, das da lautet “Wenn das Bild nicht gut ist, dann war der Photograph nicht nah genug dran”, geht der 1948 in Massachusetts geborene Kriegsphotograph James Nachtwey näher ran als jeder andere seiner aktiven Kollegen. Kosovo, Palästina, Ruanda, Indonesien und Afghanistan heißen die Stationen, auf der die Kamera den Ausnahmejounalisten begleitet und dabei sowohl hautnahen Einblick in dessen Arbeit als auch in Situationen vor Ort vermittelt.

Der Film ist nichts für schwache Gemüter. James Nachtwey geht mit seinem Foto in Bereiche, wo es wehtut. Menschliches Leiden in Kriegs- und Krisenregionen und soziale Missstände sind sein Thema. Dabei fotografiert er nie mit Teleobjektiven mit großen Brennweiten, sondern geht ganz nah ran. Dabei entsteht jedoch nicht der Eindruck, er labe oder verdiene am Leid der Menschen. Sein Herantreten ist immer respektvoll und unaufdringlich. Die Bilder, die dabei enstehen, sind mehr als beeindruckend, bei manchen Bilder steht einem das Wasser in den Augen.

Der Kritikpunkt, der aufkommt, ist die Frage: Warum machen die Fotografen und Kameramänner das überhaupt? Was treibt sie an, solch unermeßliches Leiden festzuhalten. Ein befreundeter Kameramann von Nachtwey findet darauf keine Antwort, Nachtwey selbst versucht diese Frage zu beantworten.

Interessant bei dem Film ist die Technik, welches Sich der Zuschauer auf das Geschehen hat: Mittels eines Aufsatzes an der Fotokamera von Nachtwey blickt er in wechselnder Folge in die Fotografierrichtung des Fotografen und auf von schräg vorne auf den fotografierenden Nachtwey. Als Ergänzung wurde der Fotograf auf den meisten Station von einem Kamerateam begleitet.

Durch diese Mischung entsteht ein bewegender Dokumentarfilm, der mehrere Einblicke bietet: in das Handwerk eines Fotografen, in das Handwerk eines Kriegsfotografen und in die Hintergründe des Fotojournalismus.

Meine Empfehlung: Film-Empfehlung

Manuel schrieb vormittags am 10. August 2007 | in Filme

Kasachisch nicht lustig

Borat

Film-Cover zu BoratNachdem ich auf den ersten Anhieb in Schwabach keine gute Videothek gefunden habe (was nicht heißt, es gebe keine), habe ich mich zum DVD-Verleih von Amazon angemeldet. Dabei haben meine Frau und ich festgestellt, dass wir überhaupt nicht so viele wirklich sehenswerte Filme verpasst haben. Auf der Liste standen nach einer halben Stunde Suche gerade einmal acht DVDs.

Die Lieferung erfolgte in von Amazon gewohnter Schnelligkeit. Leider habe ich es verpasst, für die Liste eine Priorität festzulegen. Somit war die erste DVD “Borat”.

Zur Geschichte: Der kasachische TV-Journalist Borat (Sacha Baron Cohen) soll im Auftrag von Volk und Vaterland nach Amerika reisen, um die Heimat mit detaillierten Erkenntnissen über die westliche Kultur zu befruchten. Voller Stolz brechen Borat und sein Azamat Bagatov (Ken Davitian) auf ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten, um sich sogleich an grenzenlos unfreundlichen New Yorkern die Zähne auszubeißen. Weiter geht die Expedition quer durchs Land von Ost nach West, um erstens den Amerikanern ihre Geheimnisse zu entlocken und zweitens Traumfrau J.C. (Pamela Anderson) zu erobern.

Puh, was für ein schlechter Film. Die angeblichen Witze waren so schlecht, ich konnte mich nicht mal drüber aufregen. Die Simulation einer Dokumentations-Parodie hält nicht was sie verspricht. Sicher ist Cohen kein schlechter Comedian, doch Borat traf weder bei mir noch bei meiner Frau irgendeinen Nerv. Die Story wirkt so zusammengeschustert. Keine Ahnung, wie dieser Film Preise gewinnen konnte und für einen Oscar nominiert werden konnte. Verständlich jedoch die Aufregung in Kasachstan und bei den unfreiwilligen Darstellern über diesen auf Film gebannten Mist

Meine Empfehlung: Film-Empfehlung
Empfehlung meiner Frau: Film-Empfehlung

Manuel schrieb mittags am 07. August 2007 | in Filme

Zombie-Rückkehr

Wallpaper zu Resident Evil: ExtinctionVielleicht (ziemlich sicher) erwähnte ich es bereits: ich liebe Zombie-Filme. Deshalb warte ich auch gespannt auf den dritten Film-Teil der Resident Evil-Reihe. Der heutige Trailer von “Resident Evil: Extinction” verspricht jedenfalls viel. Hoffentlich nicht zu viel.

Was macht der Reiz der Zombies und deren filmische Darstellung aus? Einerseits sicher der Auferstehungs-Gedanke, in diesem Falle jedoch ein mörderischer. Andererseits sich der Überlebens-Gedanke der Menschen: Die Übermacht der Untoten, die Gefahr der Infektion und meist der negative Ausgang solcher Film. Extremsituationen wie eine solch feindliche Welt reizten schon immer das Publikum. Siehe auch die Mad Max-Reihe und viele andere.

Oder welcher Gedanke reizt euch an dem Genre? Oder könnt ihr Zombies & Co. überhaupt nicht abhaben?

Manuel schrieb nachmittags am 31. Juli 2007 | in Filme
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