Wilde Reise durch die Nacht
Eine Buchkritik von Walter Moers hatte ich euch noch versprochen. Tja, allerdings erstmal das vorerst letzte Buch von Walter Moers, welches zur Zeit im Handel verfügbar sind (wer sich für die anderen interessiert, schau hier). Wobei “Wilde Reise durch die Nacht” rein gar nichts mit dem Kontinent Zamonien zu tun hat.
Allein die Ausgangslage für das Buch ist komplett anders. Moers verzichtet komplett auf eigene Illustrationen und konstruiert stattdessen eine Geschichte um die Illustrationen des französischen Zeichners Gustave Doré aus dem 18.ten Jahrhundert. Das Ergebnis lässt sich durchaus sehen: So werden die Illustrationen seitenfüllend an der jeweils betreffenden Stelle abgedruckt und laden zum Studium der sehr detailverliebten Bilder.
Das Buch ist schnell gelesen, aber nicht nur durch die geringe Seitenzahl von gut 200, sondern hauptsächlich durch die sehr spannende Geschichte. Moers und der Leser begleiten den 12-jährigen Gustave durch seine Traumwelt, in der er mehrere harte Aufgaben lösen muss. Auch wenn der Betrachtungswinkel des Hauptdarstellers eher von einem pubertierenden Teenie ausgeht, sind die Beschreibungen von einzelnen Szenen gelegentlich zu direkt, um das Buch als Kinderbuch gelten zu lassen.
Spätestens wenn man an ein oder zwei Tagen das Buch rasch durchgelesen hat, wird man sich wünschen, Walter Moers hätte die Story etwas mehr ausgebaut. Im Rückblick hält sich der Autor sehr sklavisch an die Bilder, was auch mein einziger Kritikpunkt an “Wilde Reise durch die Nacht” ist und mich von der Vergabe einer Höchstwertung abhält.
Meine Empfehlung: 
War am Dienstag auf der Cebit. Mein erstes Mal. Und auch nur einen Tag. Natürlich nicht genug Visitenkarten dabei gehabt. Und einen Anzug ziehe ich mir das nächste Mal auch an, damit die zahllosen Schlipsträger einen überhaupt ernst nehmen. Ah, und der Firmenanstecker am Revers darf ich auch nicht vergessen.
Ich möchte nur einen kurzen Bericht über die Cebit schreiben, weil ich an diesem Tage nicht viel gesehen habe (oder eben doch alles, aber gerade deshalb nicht viel). Doch ganz interessant ist, dass dadurch einem ganz andere Sachen auffallen, als wenn man sich länger auf der Messe aufgehalten hätte.
Ganz zu Anfang stachen mir die sogenanntenn “Trends” ins Auge. Kein namhafter Hersteller hat auf die digitalen Bilderrahmen verzichten können. Damit sind Bilderrahmen in der ungefähren Größe 10 x 15 gemeint, die mit einem TFT-Bildschirm versehen sind und abwechselnd Bilder zeigen, die man per Speicherkarte oder Kabel vorher hineingefüttert hat. Gehts noch?!? Nach Stromverbrauch, Daseinsberechtigung und Nutzen fragt dabei wohl keiner?
Zweiter Trend: Nachbauten und Gimmicks zum iPod. Wahrscheinlich sind nur deshalb so viele Mitbürger aus den asiatischen Ländern angereist: Um diese und andere Features für den iPod feilzubieten. Ich glaube, auch das Gerät auf diesem Foto hatte irgendetwas damit zu tun. Weiß leider nicht mehr, was es kann oder wofür es gut ist.
Dann fällt natürlich auf die in der Presse ständig erwähnte Gratwanderung zwischen dem Anspruche eine Fachmesse zu sein und dem Entertainment für Cebit-Touristen auf. Ein Beispiel? Ein Board-Hersteller spielt an seinem Stand lautstärkste Musik, gepaart mit einigen Gogo-Girls und schrillstem Farb-Layout des Messe-Standes. Natürlich nimmt da jeder ernstzunehmende Nadelstreifenanzug sofort Reißaus. Gleich gegenüber ein Stand eines Hersteller zur Automation von Fertigungsprozessen. Der Messestand: Schlicht, sachlich, nüchtern, Besuche bestehen nur aus seriös wirkenden Geschäftsleuten.
Zwar wissen sich die Firmen auf der Messe mittlerweile zu helfen, es werden Separés oder ein erster Stock geschaffen, der nur für Fachpublikum ist, aber die Messebetreiber täten trotzdem gut daran, die Aussteller nicht nur nach Themen zu trennen, sondern auch nach zu erwartendem Publikum. Nur so als Vorschlag.
Bereits seit einiger Zeit stelle ich mir einen Desktop im Web vor. Schön mit Adressimportierung aus Outlook (besser Synchronisation), Importierung von meinen RSS- und sonstigen Bookmarks, ein paar Dateien online ablegen.
Dabei bin ich nun über die aktuelle c´t auf zwei Angebote aufmerksam geworden, YouOS und atoolo, wobei ersteres in englisch gehalten ist, zweiteres noch sehr jung an Tagen ist, jedoch dafür deutsch.
YouOS
YouOS bietet, was meines Erachtens sehr sinnvoll ist, ein Demoaccount an. Der Dienst wirkt auf den ersten Blick etwas unaufgeräumt, was allerdings wahrscheinlich an der hohen Vielzahl an angebotenen Funktionen liegt: Browser, Notizen, Adressbuch, simple Projektverwaltung, ein Datei-Explorer und ein einfacher Text-Editor gehören zur Grundausstattung. Daneben finden sich die Möglichkeit, einige sogenannte Web 2.0-Anwendungen einzubauen (flickr, YouTube). Positiv: Ich kannn meine RSS-Feeds importieren. Was ich jedoch vermisse: Die Möglichkeit, meine Termine und Kontakte aus einer lokalen Anwendung zu importieren.
Grafisch ist YouOS irgendwo in der Ähnlichkeit bei MacOSX 9 (respektive Win 3.1) stehen geblieben, erfüllt jedoch die grundlegenden Funktionen, wie Fenster verschieben, verkleinern, maximieren. Hier hätte ruhig ein wenig mehr Detailliebe walten können.
Allerdings wirkt YouOS deutlich ausgereifert, sicherlich auch durch die bereits längere Existenz. So gibt es eine Art Shell-Konsole, für Bugs und Tutorials ein eigenes Wiki, einen Taskmanager, der anzeigt, welche installierte Erweiterung momentan wie viele Befehle ausführt
atoolo
atoolo befindet sich noch im Betastadium. Einerseits sehr gut, denn dadurch ist ein gewisser Grad an Mitgestaltung noch möglich. Andererseits sind mir schon beim ersten Herumspielen einige kleinere Fehler aufgefallen. Vorbildlicherweise ist aber das Feedback-Formular sehr gut positioniert und meine Anregungen/Fehlermeldungen wurden innerhalb eines Tages und sehr freundlich beantwortet.
Auch hier vermisse ich die Möglichkeit, Outlook- und andere persönliche Einstellungen zu importieren. Zum Thema Outlook-Kontakt hat mir jedoch der freundliche Mitarbeiter erklärt, dies ist auf deren Prio-Liste sehr hoch angesiedelt und wird bald implementiert. Ein guter Punkt, damit sich der Dienst in meinen Augen beweisen kann. Die bereits verfügbaren Anwendungen beschränken sich auf einen einfachen Texteditor, einen Filebrowser, Notizzettel und eine rudimentärer Projektplaner.
Grafisch ist atoolo sehr fein gestrickt, halbtransparente Inhalte, Schatten und angenehme Farbgebung erinnern an die neusten Betriebssysteme von Mac oder Microsoft. Dies hat jedoch selten kaum merkliche Ladeverzögerungen zur Folge. Zur Zeit finanziert sich das Projekt durch Einblendung von sehr unaufdringlicher Werbung am unteren Rande eines jeden offenen Fensters, was aber nicht weiter stört.
Fazit
Beide vorgestellten Web-Desktops haben ihre Stärken und Schwächen. YouOS wirkt bodenständiger und solider aber auch etwas altbacken. atoolo präsentiert sich sehr modern und aufgeräumt, enthält zur Zeit jedoch nicht viel Inhalte (außer der oben genannten Grundfunktionalitäten). Beide Dienste tendieren dazu, einige nicht unbedingt notwendige Gimmicks einzubauen: Einbindung von Google Maps, Anzeige von Chat-Fenstern, um nur zwei zu nennen.
Viel wichtiger wäre es mir als Anwender, die wirklichen Nutzen als Features zu sehen: Der Ersatz meines Desktops daheim für unterwegs. Das bedeutet, all die persönlichen Daten, auf die ich daheim gewöhnlich Zugriff habe, sollten auch auf meinem “zweiten” Desktop im Netz verfügbar sein. Ein Traum wäre eine Synchronisation meiner gewünschten persönlichen Unterlagen.
Falls ihr noch andere, ähnliche Anwendung kennt, freue ich mich gerne über eure Links dazu.
Hups, nun habe ich schon seit eineinhalb Wochen keinen neuen Eintrag mehr geschrieben. Wirklich schon so lange her? Muss ich doch dazu übergehen, mein Blog wieder “Homepage” zu nennen und zum Web 1.0 zurückzukehren? Oder sollte ich aufhören, so viel nur in meinem eigenen Kopf zu bloggen und mich öfter hinsetzen und die Gedanken auch zu Bildschirm zu bringen?
Alle da draußen, die bereits Kind(er) haben oder einmal hatten, werden es mir bestätigen: Die Prioritäten verschieben sich gewaltig. Sei es nun freiwillig oder gezwungenermaßen. Selbst dieser Blogeintrag ist teilweise im “Ein-Finger-Schreibsystem” mit Kind auf dem anderen Arm entstanden. Wie soll man denn noch einen Gedanken zu Ende formulieren, wenn 80 Prozent der Gedankengänge spätestens nach 60 Prozent des Weges von einem Kind auf dem Schoss/den Arm unterbrochen werden.Und nicht immer ist die Unterbrechung so positiv, dass der Sohn auf dem Schoss beim vornüberfallen auf die Tastatur mit seiner Nase genau die Entertaste erwischt.
Doch auch mein Tagesablauf hat sich geändert. Wie vielleicht einige wissen, arbeite ich seit Anfang März nur noch nachmittags vier Stunden, also Teilzeit. Vormittags sind wir beiden Männer ganz auf uns alleine gestellt. Zwar mit steigendem Erfolg, aber gewöhnungsbedürftig. Da ist die Arbeit dann schon wieder richtig erholsam, weil regelmäßig im Ablauf vorhersehbar (und das, obwohl ich fast ausschließlich Projektarbeit mache) und schön ruhig.
Doch es macht wahnsinnig Spaß, dem kleinen Racker beim Wachsen und Lernen zuzuschauen. Wie er an diesem Tag etwas neues kann, was er vor drei Tagen noch nicht gemacht hat. Als Eltern feiert man diese kleinen Schritte wie Riesenerfolge, als ob man eine Gehaltssteigerung um zwei Tarifgruppen erhalten hätte. Ich liebe auch das Babyschwimmen mit dem Kleinen und die zwei Stunden Pekip am Vormittag unter der Woche. Selbst wenn es für mich Stress bedeutet, Anziehen, in den Babysitz, dorthin schleppen, Ausziehen, meistens vollgepinkelt werden, zum Schluss wieder anziehen, wieder inden Babysitz und wieder nach Hause, dort wieder ausziehen und füttern. Ein sich ständig wiederholender Kreislauf, jedoch mit zwei Gemeinheiten: Unser Sohn mag das Anziehen und den Babysitz nicht. Und natürlich die Unwägbarkeit, in welcher Reihenfolge heute wieder die oben erwähnten Elemente angeordnet sein werden. Anscheinend gibt es leider unendlich viele Möglichkeiten.
Nun, im Angesicht der oben erzählten Geschichte, hoffe ich auf eure Geduld um neue Blogeinträge meinerseits und um den Verbleib meiner Adresse in euren RSS-Reader. So long, euer Vater Manu.
Die Stadt der träumenden Bücher
Nachdem ich in letzter Zeit angefangen habe, die Bücher von Walter Moers zu lesen (1, 2), folgt hier nur die Kritik zum vierten Buch aus dem Reich Zamonien, “Die Stadt der träumenden Bücher”.
Das gut 450 Seiten fassende Buch aus dem Jahr 2006 hat wieder ein Charakter als Hauptdarsteller, welcher in den vorigen Romanen bereits einige Male Erwähnung fand: Hildegunsst von Mythenmetz, ein schriftstellernder Lindwurm, der zu einem der bedeutenden Schriftsteller von Zamonien gehört. “Die Stadt der träumenden Bücher” erzählt von Hildegunst Jugendjahren (im Buch ist er gerade einmal 77 Jahre alt, für Lindwürmer geradezu ein Jungspund), bevor er überhaupt ein eigenes Werk geschrieben hat.
Alles beginnt in der Lindwurmfeste, eine Hochburg der Schrifsteller und mit dem Tod von Hildegunsts Lehrmeisters. In dessen Nachlass findet Mythenmetz ein Manuskript von höchster Schreibqualität. Völlig von den paar Seiten Papier vereinnahmt, macht er sich auf die Reise nach Buchhaim, DER Stadt für Verleger, Dichter, Autoren, Antiquariate, um den geheimnisvollen Fremden und Schöpfer des Manuskriptes zu finden. Natürlich läuft die Suche jedoch nicht wie erwartet.
Auch zu diesem Buch muss man sagen: Respekt. Sowohl der Hauptcharakter als auch die neuen Detail zu Zamonien, Buchhaim und den neu vorgestellten Geschöpfen fügen sich nahtlos in das bisherige Zamonien-Bild ein. Obwohl ich mit dem Buch bereits die dritte Reise durch Zamonien mache (Blaubär und Rumo), ist das Buch doch wieder anders. Und eigentlich nur durch einen simplen Trick: Hildegunst von Mythenmetz ist eher von ängstlich-zurückhaltender Art, nicht der Abenteurer. Somit betrachtet er und ich die Welt um ihn herum und die Geschehnisse mit ganz anderen Augen.
Dabei passiert in diesem Buch nicht unbedingt weniger, sondern mehr, die Schlagfolge ist höher. Deshalb ist meiner Meinung dieses Buch ein würdiges Werk in der oben erwähnten Reihe der Erzählungen zu einzelnen Charakteren aus Zamonien. Wünschenswert wäre nun ein Buch über die “Jugendjahre” von Prof. Dr. Abdul Nachtigaller oder eine genauerer Bericht zu den Zwergpiraten.
Nun, laut Amazon soll das nächste Buch “Der Schrecksenmeister” soll im Herbst erscheinen. Welches Jahr ist noch unklar. Nein, Spaß beiseite, der Termin wurde schon mehrmals verschoben, man wird sehen, wann das Buch rauskommt.
Meine Empfehlung:
Ich liebe das herrliche Wetter. Gleich mal die ersten Gartenstühle rausgeräumt und meinen Nachmittagskaffee auf der Terasse im hellen Sonnenhschein genossen. Dabei ist mir leider auch einiges in meinem Garten aufgefallen.

Und das führt mich umgehend wieder zu meinem schon in letzen Jahr beschrieben Real-Life-Game: “Wahres Leben“. Doch da dieses Jahr “nur” der Garten ansteht und auch nicht der komplette Rasen neu hochgezüchtet werden muss, hoffe ich auf ein paar leichter “Levels” in diesem Bereich. Nun denn, dann bleibt mir nur noch zu sagen: “Gehet hinaus und genießet das Wetter!”