Die Weber
Wer kennt nicht aus seiner Schulzeit noch das Gedicht von Heinrich Heine, die “Die schlesichen Weber” und das inhaltlich gleiche Drama von Gerhart Hauptmann: “Die Weber“? Tausend Mal gehört, mindestens zwei Mal auswendig gelernt. Nun hat Dirk Hesse in seinem Weblog eine “aktualisierte” Fassung von diesem Gedicht veröffentlicht, bezogen auf die “Blogger”. Aber lest selbst:
Die Blogger
Von Patrick Heinrich Gurris-Heine
Die bloggenden Webber
Im düstern Auge keine Träne,
Sie sitzen am iBook und fletschen die Zähne:
Deutschland, wir bloggen dein Leichentuch,
Wir bloggen hinein den dreifachen Fluch – Wir Webber, wir Webber!Ein Fluch dem Götzen, zu dem wir gebeten
In Netzeskälte und Providernöten;
Wir haben vergebens gebloggt und geharrt,
Er hat uns gepixelt, gefoppt und genarrt – Wir webben, wir webben!Ein Fluch dem Gates, dem König der Reichen,
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpreßt
Und uns wie Nerds erbleichen läßt – Wir webben, wir webben!Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jedes System früh geknickt,
Wo Outlook und Modem den Wurm erquickt – Wir webben, wir webben!Das Mäuschen fliegt, der Web-Stuhl kracht,
Wir webben emsig Tag und Nacht – Altjournaille, wir bloggen dein Leichentuch,
Wir scripten hinein den dreifachen Fluch – Wir webben, wir webben!
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Die Webber sind von Heinrich Heine, nicht von Hauptmann.