RSS-Feed abonnieren Abonniere
die neusten Artikel
via RSS-Feed

Krieg – aber kein Feind

Jarhead – Willkommen im Dreck

Meine Empfehlung: Empfehlung

Filmplakat zu JarheadEigentlich wollten ja Bastian und ich in den neuen Film mit Keira KnightleyDomino” gehen. Auch wurde er von Sebbi und Capellmeister positiv bewertet. Doch nachdem Stefan nicht so begeistert war, haben wir uns von ihm breitschlagen lassen und waren am Donnerstag im Cinestar in “Jarhead”.

Zur Geschichte: 1989 meldet sich Anthony ‘Swoff’ Swofford (Jake Gyllenhaal) wie zuvor schon sein Vater und Großvater zu den Marines. Mit seinen Kumpels Alan (Peter Sarsgaard) und Chris (Lucas Black) kämpft er sich durch die Grundausbildung und landet schließlich in der Einheit von Sergeant Sykes (Jamie Foxx) im Rahmen der Operation Desert Shield in Kuweit, wo es nach der Vertreibung irakischer Invasoren brennende Ölfelder zu bewachen gibt. Und wenig anderes.

Steigen wir gleich ein: Von dem Film wird oder wurde zu viel erwartet. Er ist keine Kritik an dem jetzigen oder damaligen Irak-Krieg. Auch ist er keine Komödie über die USA und ihre Streitzüge. “Jarhead” zeigt im Grunde nur die Abgründe von Soldaten, die auf die Schlacht warten.

Und somit beschäftigt sich auch der Regisseur die ersten zwei Drittel der Handlung mit der Beobachtung der Soldaten, die sich in der Wüste langweilen, abstumpfen, durchdrehen und … warten. Dabei sind manche Schlaglichter sehr intensiv und interessant. Jedoch ist der oft getroffene Vergleich mit “Apocalypse Now” völlig unverhältnismäßig. Auch die tiefen Blicke hinter die Fassaden wie in “American Beauty” schafft Sam Mendes nicht (mehr). Vielleicht liegt dies auch an dem zu stark ins Moderne getrimmten Soundtrack oder zu häufigen Zitaten anderer Filme.

Legt der Film zur zweiten Hälfte in filmischem Tempo zu, lässt er in der Qualität nach: Unsaubere Schnitte und schlechte Farbübergänge häufen sich, das Ende ist für den Kinozuschauer verstörend und einfach misslungen. Die moralische Konsequenz der einzelnen vorher schablonenhaft charakterisierten Figuren bleibt komplett aus. Einzig die sehr starken Bilder und Einstellungen, die teils sehr gespenstig und apokaliptisch wirken, retten zum Ende sehr viel.

Manuel Mauer schrieb nachts am 06. Januar 2006 | in Filme

8 Kommentare