Meinungsfreiheit im Internet
Nachdem mich das Thema in letzter Zeit stark bewegt, möchte ich zu “Meinungsfreiheit im Internet”, beziehungsweise der freien Meinungsäußerung in “privaten” Blogs oder auf Webseiten ein bisschen was schreiben.
Meine Überlegungen wurde vor einigen Wochen angestossen und seitdem durch verschiedene Ereignisse immer wieder mal verstärkt. So habe ich den Streit von Heise versus der Musikindustrie über das Setzen von Links auf Seiten von Herstellern von Programmen zur Umgehung von Kopierschutzmassnahmen verfolgt, habe verschiedene Mails von Blog-Kollegen zu einzelnen Berichten über tagesaktuelle Themen erhalten und lese gelegentlich Meldungen von Firmen, die Ihre Arbeitnehmer wegen Äußerungen in der (Internet-)Öffentlichkeit kündigen (nur ein Beispiel). Nebenbei rollen über verschiedene Internetseiten Abmahnwellen hinweg (zum Beispiel hier und hier) und Forenbetreiber müssen sich nicht nur Sorgen um den geposteten Inhalt machen, sondern auch bald um die verwendeten Nicknamen der Nutzer.
Das hat bei mir persönlich zur Folge, dass ich mir ziemlich genau überlege, was ich wie mit welchen Worte schreibe. Natürlich muss man dies als erwachsener Mensch überall tun, nicht nur im Internet: Erst denken, dann reden. Aber es ist etwas anderes, ob ich meine Worte wohlüberlegt spreche/schreibe oder ultravorsichtig aus Angst, nächste Woche/Monat/Jahr eine Abmahnung mit einem fünfstelligen Streitwert im Briefkasten liegen zu haben.
Die frühere Sorgenlosigkeit und dem Gefühl im Netzt anonym zu sein (was natürlich noch nie so war) weicht langsam aber sicher einer gewissen Radikalisierung: Im Zuge der Vergesetzlichung des Internets trifft dies leider nicht immer die bösen Jungs. Vielleicht liegt auch darin einer der Gründe, warum es in Deutschland bedeutend weniger Blogs gibt, als in anderen Staaten.
Nochmals im Klartext: Ich erwarte nicht die Schaffung (beziehungsweise die Sicherung) eines rechtsfreien Raumes. Allerdings sollten unsere Politiker schnellsten dem rechtlichen Instrument “Abmahnung” eine Überarbeitung gönnen. Denn für die momentan (ziemlich fragwürdigen) verwendeten Zwecke war dies sicher nicht gedacht.
Hoffentlicht bekomme ich für diesen Artikel keine Abmahnung. Ernst gemeint.
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Was hälst denn Du von der Idee, sich als Blogger gegenseitig abzumahnen? Vielleicht kurbelt das die Wirtschaft an…