Immer eine schöne Aussicht…

Galerie - Axi 206 IP-CamAm Sonntag kam nun endlich die bereits erwähnte Kamera von Axis. Diese ist neben der Firma Mobotix eine der führenden PC-Kamera-Hersteller im professionellen Markt (wobei sich Mobotix auf wetterfeste Außenkameras spezialisiert hat). Axis bietet neben den Webcams auch noch Print- und Document-Server für Netzwerke an.

Was ist nun besonderes an den Webcams von Axis im Vergleich zu Produkten von Logitech oder Philips? Nun, sie verfügen über einen Netzwerkanschluss und sind somit unabhängig von Computern zu betreiben. Sie werden via Netzwerkkabel an den vorhanden Router angeschlossen und erhalten einen eigenen lokale IP-Adresse, über welche die Kamera angesprochen werden kann. So, genug des Vorgeplänkels, zu den Tatsachen: Unter den vielen Modellen habe ich mir die AXIS 206 ausgesucht, hier folgt der Testbericht:

Verpackung & Lieferumfang
Die Webcam kommt in einen kompakten Karton bei mir an. Mitgeliefert werden die Webcam, ein stabiler Standfuß, Befestigungsschrauben, eine CD mit Zusatzprogrammen und dem ausführlichen PDF-Handbuch und eine kurze Beschreibung.
Wünschenswert wäre ein kurzes Netzwerkkabel gewesen, um die Kamera gleich anzuschließen. So musste ich erst nach einem passenden Kabel suchen. Der Standfuß selbst stellt sich als sehr stabil heraus (Bodenplatte aus Eisen), ist jedoch nicht höhenverstellbar.

Aufstellung & Montage
Ziemlich simpel läuft die Aufstellung ab. Die Kamera wird auf das Kugelgelenk geschraubt, das Netzwerk- und Stromkabel werden angeschlossen und die Kamera an den gewünschten Platz gestellt. Ein klein bisschen mehr Arbeit erfordert die Befestigung an der Wand oder an der Decke. Hier werden jedoch bereits stabile Schrauben mitgeliefert, ein kurzer Griff zum Akkuschrauber und schon ist die Sache gegessen.
Ein kleiner Schwachpunkt ist die Befestigung des Stromanschlusses an der Kamera. Der Anschluss reicht nicht sehr weit in die Kamera hinein, dadurch kann das Kabel herausrutschen.
Mit einer Abmessung von 85 mm x 55 mm x 34 mm bringt man den Winzling ohne Probleme in jede gewünscht Ecke. Sollte sich einer vor dem Strippenziehen scheuen, gibt es die Kamera auch in einer “Wireless”-Ausführung, diese ist jedoch nochmals 60,00 EUR teurer.

Installation
Nachdem die Kamera an das Netzwerk angeschlossen ist und sowohl mein Router als auch die Kamera DHCP unterstützt, wird ihr automatisch eine IP-Adresse zugeteilt. Diese in einen beliebigen Browser eingegeben und schon ist man nach Eingabe des Kennwortes auf der übersichtlichen Administrationsoberfläche. Ein paar Screenshots finden sich in der Bildergalerie. Da die Einstellmöglichkeiten sehr umfangreich sind, erläutere ich sie hier nicht. Wer zu einzelnen Funktionen Fragen hat kann sie gerne an mich stellen. Soviel sei gesagt, ich war von den gebotenen Möglichkeiten vollends zufriedengestellt.

Bildqualität
Die Kamera erfüllt die erwarteten Funktion voll und ganz: Der Bildsensor ist um einiges besser als der meiner Logitech 4000 Pro (immerhin auch eine Kamera für ca. 80 EUR), die Axis 206 ist jederzeit über das lokale Netzwerk ansprechbar und bietet gute Frameraten (laut Hersteller bis zu 30 fps), bzw. Standbilder mit 640 x 480 Pixel Größe. Auch bei sehr starken oder schwachen Lichtverhältnissen liefert die Kamera (mit einer Lichtempfindlichkeit von 4 – 10.000 Lux) noch brauchbare Bilder. Die von manchen USB-Webcams bekannten Streifenbildung beim Anpassen der Lichtverhältnisse sind nicht festzustellen.
Bei der Konfiguration werden für die Kompression der Bilder fünf verschiedene Stufen angeboten, die Framerate pro Benutzer kann ebenfalls begrenzt werden, um kein Ruckeln zu erzeugen. Außerdem kann man festlegen, ob die Kamera eher die Priorität auf die Bildqualität legt oder auf die Bildrate.

Die Kamera im Internet
Hier habe ich am längsten rumprobiert (was nicht unbedingt negativ ist): Axis stellt einen DNS-Service zur Verfügung, mit dem die dynamische IP eines Internetanschlusses (die sich nach jedem Einwählen ändert) einer festen IP zugeordnet wird. So hat der Besucher der Webseite die Möglichkeit, sich über die feste Internetadressedas Webcambild anzeigen zu lassen. Die Internetadresse lautet dann “wunschname.axiscam.net”. Diesen DNS-Service zu konfigurieren ist bewusst einfach gehalten.
Kniffliger ist die Konfiguration des Routers. Dieser muss so eingestellt werden, dass alle Anfragen aus dem Internet über die fixe lokale Adresse der IP-Cam auch weitergereicht werden (meist in den Router-Einstellungen unter “Port Forwarding” oder ähnliche zu finden). Auch hierfür stellt Axis eine kurze allgemeine Anleitung mit weiterführenden Links zu einigen bekannten Routerherstellern auf deren Homepage zur Verfügung.
Ein Standbild in die eigene Homepage anzubinden stellt sich somit als nicht allzu schwierig heraus. Kniffliger ist die Konfiguration von bewegten Kamerabildern. Allerdings kann man das nicht Axis anlasten. Denn die Lösungsmöglichkeiten für den Live-Stream ins Internet laufen auf ActiveX, Java-Applets oder Java-Script hinaus. Hier werden zwar fertige Skripte angeboten, die fast eins zu eins auf die eigene Webpräsenz kopiert werden können. Jedoch liegt die Tücke im Detail: In verschiedene Browsern und Browserversionen funktioniert die eine oder andere Lösung nicht oder nur mit Einschränkungen. Aber wie gesagt, dies ist nicht Schuld von Axis.

Fazit
Mit der Axis 206 habe ich eine Kamera erworben die ihre geforderten Punkte erfüllt: Unabhängigkeit von Computern und USB-Kabellängen, klein in den Abmessungen und eine aufgeräumtes Konfigurationsmenü über einen Browser meiner Wahl. Die Bildqualität und vor allem Helligkeitsanpassung ist gut (auch besser als die USB-Cams), allerdings noch weit von mehreren Megapixeln Auflösung entfernt. Einzig wirklicher Knackpunkt ist der Preis der Kamera von 220,00 EUR. Hier kurz noch mal das Fazit in Stichpunkten:

PRO:
- Netzwerkanschluss
- Unabhängigkeit vom Computers
- Flüssige Livestreams
- Gute Bildqualität

CONTRA:
- Hoher Preis

Hier noch ein Testbild:

Axis 206 Testbild

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Kommentare

Die Bilder erscheinen mir auf anhieb in einer wesentlich besseren Bildqualität, als deine alte WebCam. Hast du schonmal mit den Einstellungen gespielt bzw. direkte Vergleiche gemacht?
Bekommst du auch die Post und die Kreuzung ins Bild, wenn du die Kamera ein wenig mehr nach rechts ausrichtest?
Dann würdest du durch das plus an Fußgängern und Autos auch mehr Dynamik und Leben in die Bilder bekommen, die momentan doch sehr Gebäude-lastig sind.

Leider ist mit dem Bildausschnitt nicht mehr viel zu machen. Einzige Möglichkeit wäre, die Kamera an der Decke zu montieren, aber dann habe ich die Kabel quer über die Wand. Oder eine Aussenkamera zu kaufen, diese beginnen aber leider erst bei ca. 600 EUR.

Hallo,

hast Du mit der Kamera auch mal Aussenaufnahmen gemacht ?
Falls Ja, wie werden diese ?

Danke und Grüsse Joachim

Hallo Joachim,

ich habe dem Post ein “Testbild” hinzugefügt.

Gruß
Manuel

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