Kinokritik: “Nicht auflegen!”

So, nachdem meine Frau seit ca. 7.30 Uhr in Richtung ihrer letzten schriftlichen Prüfung aufgebrochen ist, habe ich die Zeit gefunden, daß ihr ab sofort die Kinokritik zu “Nicht auflegen” nachlesen könnt.

Nicht auflegen! – Spannender Psychothriller

Empfehlung: Empfehlung

Nicht auflegen!In Amerika soll dieser Film sogar Terminator3 vom Zuschauer-Thron gestossen haben. Warum hat man so wenig über dem Film gehört? Vor allem bei der durchgängig guten Schauspielerbesetzung? Denn Namen wie Colin Farell, Forest Whitaker, Kiefer Sutherland, Rada Mitchell und Katie Homlmes bringen bei uns was zum Klingeln.

Zur Geschichte: Stu Shepard (Colin Farrell) ist ein energiegeladener, smarter Medienjongleur. Im schicken Designeranzug eilt er durch die Straßen Manhattans und pokert über zwei Handys gleichzeitig mit Kunden und Redakteuren. Ruhe sucht er in der letzten abschließbaren Telefonzelle in Manhattan. Von hier aus ruft er Pamela (Katie Homes) an, eine junge Schauspielerin, mit der er seine Frau betrügt.
Als Stu die Telefonzelle wieder verlassen will, klingelt es. Instinktiv nimmt er den Hörer ab und gerät in eine höllische Falle. Der unbekannte Anrufer ist ein Scharfschütze und Serienkiller. Aus irgendeinem Hochhausfenster hat er sein Präzisionsgewehr auf ihn gerichtet. Er weiß alles über Stu; er will, dass Stu seine Sünden bekennt. Seine Botschaft lautet: Wenn du den Hörer auflegst, bist du ein toter Mann.

Der Film kommt von Anfang an mit einer anderen Aufnahmetechnik daher als gewohnt: Er setzt die schon lange nicht mehr gesehene Technik der frei Teilung der Leinwand in mehrere Handlungsfenster ein. So sieht man immer die Gesprächspartner des Hauptdarstellers im kleinen Fenster. Falls dann noch eine andere Aktion im Umkreis der Telefonzelle vonstatten geht, kommen auch hier ein, vielleicht zwei Fenster dazu. Am Anfang ist diese Technik sehr gewohnungsbedürftig, im Laufe des Films weiß man dies aber zu schätzen. Der Film hat so die Möglichkeit, zu einzelnen Geschehnissen eine kleine Vorgeschichte zu erzählen.
Von Szenario ändert sich sehr wenig: Die Kamera zeigt die Umgebung der Telefonzelle. Sonst nichts. Keine großen Szenewechsel rund um den Globus, keine beeindruckende Landschaftsaufnahmen. Nur die Telefonzelle und das Außenrum.
Die Schauspieler wissen durchgehend zu überzeugen. Einziger Schwachpunkt sind die Dialoge zwischen dem Polizei-Kommisar Forest Whitaker und seinen namenlosen Polizeiassistenten. Doch dies ist nebensächlich, Hauptkonzentrationspunkt ist das Gespräch zwischen Colin Farell und dem gesichtslosen Scharfschützen.
Nach Ende des Filmes als Fazit ein sehr gelunger Psychothriller, der ruhig noch 20 Minuten mehr Psycho hätte bieten könnnen. Einziger Wehrmutstropfen waren die teilweise vertauschten Surroundgeräusche. Aber viellleicht lag das ja auch am Kino.

War hinterher mit Bastian noch in der “Brasserie” in Erlangen einen trinken. Die Brasserie ist eine nette Kneipe an einem zentralen Punkt Erlangens. Leider hat man das auch an den Preisen gemerkt: 3,30 EUR für ein ColaWeizen. Und Bastian hat 4,10 EUR für einen Cappuchino hingeblättert. Sauber, sag ich!

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